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WORK

Dissemination

Ohrenstrand Stage Design, Berlin

Competition


Collaboration with Patrick N. Frank, composer



Die Rauminstallation „Dissemination“ untersucht das Verhältnis zwischen Künstlern und Zuschauern im öffentlichen Raum. Die Vermittlung von Klang- und Raumerlebnissen muss wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Deshalb schlagen wir ein modulares System vor, das dem Künstler erlaubt, den Raum in einer ähnlichen Art und Weise zu komponieren wie es für die Musik möglich ist. Eine Musikkomposition schliesst damit explizit den Raum und die Raumveränderung mit ein.



Dissemination

(nach einem Begriff von Jaques Derrida)


„Die Dissémination ist ein sowohl die ‚äusseren’, formalistischen wie die ‚inneren’, thematischen Ordnungsgrenzen des Textes sprengendes Prinzip, das die binär-hierarchischen Oppositionsmuster logozentrischen Denkens subvertiert und übersteigt.“


Die ‚Ordnungsgrenzen des Textes’ sind im vor-liegenden Zusammenhang die Ordnungsgrenzen des klassischen Konzertes, der Neuen Musik, des öffentlichen Raumes und deren jeweiliger Habitus. Mit der modularen Architektur Dissemination sollen jene Ordnungsgrenzen gesprengt und der Habitus irritiert werden. Dies gelingt erst, wenn die Installation dazu einlädt, mit dem öffentlichen Raum zu arbeiten, statt lediglich im öffentlichen Raum zu agieren. Da es jedoch ‚den’ öffentlichen Raum nicht gibt, darf Dissemination selbst nicht statisch sein, sondern muss auf den jeweils vorhandenen ‚öffentlichen Raum’ reagieren können: dies wird durch den äusserst flexiblen, modularen Aufbau gewährleistet. So kann die Architektur von Dissemination für die Situation, das Werk, den spezifischen öffentlichen Raum gestaltet werden.


Die modulare Disposition von Dissemination eröffnet dem Komponisten völlig neue Möglichkeiten künstler-ischen Ausdrucks.  Die klassische (Musik)Partitur wird durch folgende Angaben ergänzt:



  1. 1)die Gestaltung des Raumes                                

2) die Veränderung des Raumes                              

3) die Beleuchtung und/oder Projektion der Module      durch Licht (Farben) oder Beamer (Video)

4) die Qualitätsbestimmung des Raumes durch die Wahl der Stoffe, schallabsorbierend oder schall-reflektierend.



Selbstverständlich kann die Installation sowohl im Konzertraum als auch im öffentlichen Raum aufgebaut werden; dadurch erweitert sich die kompositorische Konzeption um das bewusste Miteinbeziehen (Mitkomponieren) des öffentlichen Raumes.