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WORK

"Sequined"

Deutsches Schauspielhaus, Hamburg

Competition



Das Projekt des neuen Theaterturms darf als Chance verstanden werden, die Adresse des Deutschen Schauspielhauses Hamburg als Ort des kritischen und kreativen Gesellschaftsdialogs aufs Neue zu etablieren und in das Bewusstsein der Bewohner Hamburgs und des deutschsprachigen Theater-publikums zurückzurufen. Hierfür bedarf es eines Entwurfkonzeptes, das ein positives und ein-drückliches Bild in der Theater- und Architektur-landschaft hinterlässt.


Der Entwurf nimmt das Prinzip der Bekleidung auf und hüllt den neuen Turm des Schauspielhauses in eine feine Abendgarderobe. Das Motiv des Pailletten-kleides wird in ein neues Fassadenornament über-setzt. Die Plastizität und Materialität der historischen Fassade dient dabei als Ausgangspunkt, wird aber in ihrer Ausformulierung in eine neue zeitgenössische Architektursprache übersetzt. Die Wahl des Materials orientiert sich in Farblichkeit und Tiefe an der gestrichenen Sandsteinfassade des Schau-spielhauses. Die einzelnen Pailletten des Kleides sind aus vorgefertigtem zementgebundenem Kunststein. Um die unterschiedlichen Licht-situationen, die durch die verdrehte Fassade entstehen, zu verstärken ist ein zusätzlicher keramischer Überzug oder eine Politur denkbar. Der Vertikalschnitt der Fassadenfläche ist jeweils durchgängig linear. Dies vereinfacht zum einen die Geometrie für die Herstellung der Kunststeinfassade, zum anderen die Montage auf die Stahlkonstruktion.


Das neue Volumen entsteht durch die Verdrehung der rechtwinkligen Grundform. Der Turmneubau befindet sich relativ weit von der Straßenflucht der Kirchenallee eingerückt. Durch die städtebauliche Geste wird bewirkt, dass der Neubau „um die Ecke schaut“. So erhält er seine nötige Präsenz im städtebaulichen Kontext ohne aus dem ihm zugeteilten Rahmen zu fallen. Die neue Gebäude-kante orientiert sich am Fußpunkt parallel zum bestehenden Gebäude, an der Trauflinie dreht sie sich zur Ecke Kirchenallee/Ellmenreichstrasse hin. Dadurch erhält das Gesamtensemble eine Art zweite Fassade in Richtung des Ostausgangs des Haupt-bahnhofes. In Höhe und Dachform orientiert sich das Projekt an der Nachbarbebauung der Ellmen-reichstrasse.