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WORK

Waaghaus

StGallen

Selected Competition



Collaboration with

Dardelet GmbH, Landscape Architecture

B&G Ingeniere AG, Engineer (HVACR)





Das Projekt versucht ein räumliches, bauliches und programmatisches Konzept aufzuzeigen, das sich dem kurzlebigen Zeitgeist entzieht und eine dauerhafte Strategie für das Waaghaus aufzeigt. Der Schwerpunkt wird auf eine Öffnung des Raumes und eine Konzentration der Funktionen gelegt. Dieses Vorgehen erlaubt Neu von Alt zu trennen und gleichzeitig flexibel auf die wechseln-den Nutzungsanforderungen zu reagieren.


Das Waaghaus wird durch den Einsatz von Licht und Luft geöffnet und für die Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht werden. Die baulichen Massnahmen der Vergangenheit werden dort, wo es sinnvoll erscheint zurückgenommen. Die neuen Eingriffe sind situativ. Sie halten die Erosion be-schädigter Stellen auf oder ermöglichen einen neuen Gebrauch. Auf eine historische Rekon-struktion wird weitestgehend verzichtet. Das archi-tektonische Konzept soll erlauben, den Anforder-ungen von Seiten der Denkmalpflege, technischer Ausstattung, angepasster Nutzung im Ober-geschoss und den ständig ändernden Nutzungen im Erdgeschoss Rechnung zu tragen.


Der Zugang zum EG wird aufgrund der städte-baulichen Situation und im Hinblick auf die Neuge-staltung des Bohls auf die Westseite des Gebäu-des gelegt. Die Aufwertung des überdachten Strassenraums als öffentlich genutzten Platz wird durch eine gute Einsehbarkeit und das erhöhte Angebot an temporären Nutzungen garantiert. Das Erdgeschoss wird von allen unnötigen Bau-massnahmen frei geräumt und die neuen bau-lichen Eingriffe soweit möglich am Rand kon-zentriert. Um die Erschliessungsituation zu berei-nigen wird der Haupteingang für das OG an den Waaghausweg verlegt. Das Erdgeschoss erhält entsprechend der Neugestaltung des Bohls einen homogenen Bodenbelag, eine neue Infrastruktur (Wasser, Strom und Licht) sowie Vorrichtungen für temporäre Grossveranstaltungen. Eine saisonale Nutzung des Bereiches zum Marktplatz hin, z.B. durch ein Kaffee, bleibt grundsätzlich möglich.


Der Saal im Obergeschoss wird geöffnet. Die Galerie und Holzverkleidung aus den 60er Jahren wird entfernt und lässt so die darunterliegende Dachkonstruktion sowie die räumliche Gross-zügigkeit des Saals sichtbar werden. Wo statisch notwendig soll die Konstruktion ergänzt werden, ansonsten soll der ursprüngliche Charakter er-halten bleiben. In den Saal wird eine autonome Raumeinheit gesetzt, die zum einen den Saal in Foyer und Ratsaal zoniert und gleichzeitig den Raum auf vielfältige Art, sei es programmatisch, räumlich oder atmosphärisch kombinierbar macht. Bewegliche Abschlüsse erlauben das Schliessen und Verbinden dieser Zonen. Durch den flexiblen Kern wird die denkmalgeschützte Bausubstanz weitestgehend von den neuen Eingriffen wie z.B. gemeinsame Infrastrukturen, Küche, Garderobe, Toiletten oder Zuschauergalerie getrennt und vereinfacht zudem eine nachträgliche Aufrüstung. Das Konzept besteht aus einem flexiblen und interaktiven Kern, der vom historischen Bau-bestand gefasst wird. Das Gesamtkonzept folgt der Idee vom Haus im Haus.